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Warm oder kalt - Was hilft wann?

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Es gibt einen simple Regel: Bei akuten Entzündungen hilft Kälte, Wärme ist dagegen bei chronischen Leiden besser. Doch was bedeutet dies konkret?
Andauernde Rückenschmerzen oder eine langwierige Bronchitis lassen sich mit warmen Packungen, Wärmflaschen oder erquickenden Bädern lindern. Denn die Wärme fördert die Durchblutung und damit den Stoffwechsel. Auf diese Weise können Gifte abtransportiert und der Entzündungsherd mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Anders bei akutem Schmerz,
Prellungen, Schwellung oder Rötung: Hier sollte die Durchblutung für kurze Zeit vermindert werden, was sich am besten mit Kälte erreichen lässt. Bei einer frischen Prellung kann Wärme den Zustand sogar verschlimmern.
Doch bei beharrlichen Schmerzen ist es mit dem Kühlakku nicht mehr getan. Manche Rheumatiker und Asthmatiker schwören auf die sogenannte Kältekammer: Nur spärlich bekleidet betäuben sie ihre Schmerzen bei minus 110° C. Der dreiminütige Schock in der »Frost-Sauna« soll auch bei Neurodermitis helfen. Hier wirkt die strenge Kälte über nerval reflektorische Reaktionen, die die Schmerzwahrnehmung unterdrücken. Eine Studie macht auch Patienten mit Restless Legs Syndrom (RLS) Hoffnung: Hier wurde nachgewiesen, dass akute Kälte die Beschwerden, die durch unruhige Beine auftreten, bessert.

Warm oder kalt? – Es kommt drauf an!

Müdigkeit:

KALT – Ein kaltes Armbad (Handgelenk unter Wasser) regt am Nachmittag die Durchblutung an und macht den Kopf klar.

WARM – Ein heißer Saunagang am Morgen befreit den Kopf und weckt die Lebensgeister.

Verstopfung:

KALT – Bei einem trägen Darm helfen kalte Sitzbäder und Kneippen: Die Schocktherapie des kalten Wassers regt die Reflexe an und damit auch die Funktionalität des Darms.

WARM- Verspüren Sie einen Darmreiz, aber nichts geht, entspannen warme Sitzbäder. Eine Wärmflasche auf dem Bauch hat den gleichen Effekt und bringt die Verdauung in Schwung.

Fieber:

KALT - Für Senioren und Kinder kann hohes Fieber sehr gefährlich sein. Daher mit Wadenwickeln (5-10° unter Körpertemperatur) kühlen.

WARM - Fieber gilt als sinnvolle und heilende Reaktion des Körpers. Deshalb: Mäßiges Fieber mit heißen Bädern und warmen Tees unterstützen.

Kopfschmerz:

KALT – Durch kalte Kompressen lassen sich die Gefäße bei einer Migräne zusammenziehen und lindern so den Schmerz.

WARM - Von warm auf heiß ansteigende Fußbäder leiten erhöhte Blutzufuhr im Gehirn ab und lösen so Spannungskopfschmerzen auf.

WÄRME: Gutes tun für Leib und Seele

Muskelkater
Werden die Muskeln überstrapaziert, kommt es zu mikroskopischen Rissen im Muskelgewebe, einer lokalen Schwellung und Entzündung. Dies spüren wir als sogenannten Muskelkater meist erst am darauffolgenden Tag. Massagen verschlimmern die kleinen Muskelrisse nur. Hilfreich sind dagegen Saunabesuche und heiße Bäder mit durchblutungsfördernden Kräutern.
Erkältung und Schnupfen
Verantwortlich sind oftmals kalte Füße, was die Durchblutung der Nasenschleimhaut drosselt und den Viren dort leichteres Spiel gibt. Daher bei den ersten Anzeichen: dicke Socken, Mütze, Schal. Mit Dampfbädern, heißem Kräutertee und Hühnersuppe schwitzen wir die Erkältung wieder aus.
Bei bereits akutem Fieber und Atembeschwerden ist die Schwitzkur dagegen nicht empfehlenswert: Gerade Saunagänge belasten Herz und Kreislauf jetzt zusätzlich. Zum Aufbau des Immunsystems eignet sich Saunen aber sehr gut. Hier ist wie auch beim Kneippen der Wechsel von heiß und kalt entscheidend.
Rückenschmerzen
Sitzt der Schmerz im Nacken oder im Rücken, sorgt Wärme für Entspannung und fördert den Heilungsprozess. Wärmeumschläge erzeugen Hitze anders als Salben oder Pflaster nicht über eine Hautreizung mit dem Wirkstoff Cayennepfeffer (Capsicum), sondern durch Wärmeabgabe. Kirschkernkissen und Fango wirken auch natürlich. Sie halten die Wärme aber nicht so lange und schränken die Person in der Aktivität ein.


KÄLTE: Die kühle Hilfe an der richtigen Stelle

Nasenbluten
Nasenbluten kann harmlos sein, aber auch auf ernsthaftere Krankheiten hinweisen wie etwa Bluthochdruck oder Atemwegsinfekte.
Entgegen dem altertümlichen Glauben, sollte man den Kopf keinesfalls in den Nacken legen, da das Blut so in den Magen läuft. Den Kopf nach vorn beugen und das Blut hinauslaufen lassen. Dann die Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken und die Blutung mit Kühlpacks im Nacken zum stillen. Um Erfrierungen und Verletzungen zu vermeiden, sollten die Eisbeutel immer in ein Küchentuch gewickelt werden.
Krampfadern
Gegen träge Venenklappen helfen kühle Aufgüsse: Bei einer Temperatur bis zu 16 Grad verengen und straffen sich die Venen. Noch effektiver ist aber das Kneipp'sche Wassertreten: Die Aktivität aktiviert zusätzlich die Muskelpumpe und lässt das venöse Blut schneller abfließen. Bei den Aufgüssen geht man von unten nach oben und von innen nach außen vor. Zum Wassertreten gibt es in vielen Schwimmbädern extra Anlagen, es geht aber auch in der Badewanne oder mit Eimern. Wichtig ist: Die Beine nicht durch heißes Wasser hinterher erwärmen, sondern allein durch aktive Bewegung.
Halsschmerzen
Hierbei handelt es sich um einen akuten Infekt. Daher wäre Wärme kontraproduktiv. Heißen Tee trinken und abwarten ist bei Halsweh ebenso wenig hilfreich. Wenn schon Tee, dann sind abgekühlte Kräutertees (Salbei, Kamille) für den Heilungsprozess besser. Auch Gurgeln hilft nur mit kaltem Tee oder Salzwasser. Alternative Schmerzlinderung: Quarkhalswickel durch Wasserdampf oder Mikrowelle auf Zimmertemperatur bringen und mit Schal um den Hals legen.

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